
Run For Your Lives Tour | Yokohama-Finale und ein stilles 2027
Iron Maiden legen 2027 eine Live-Pause ein: Letzte Chance vor der Stille
Die Nachricht kam am 26. Februar und hat Gewicht: Iron Maiden werden nach Abschluss ihrer „Run For Your Lives”-Welttournee das komplette Jahr 2027 nicht live spielen. Frühestens 2028 soll es weitergehen. Die beiden letzten Konzerte vor der Pause steigen am 24. und 25. November 2026 in der K-Arena im japanischen Yokohama.
Zwei Nächte in Japan als Schlusspunkt
Japan hat für Iron Maiden seit jeher eine besondere Bedeutung. Bereits 1981 spielte die Band dort erstmals im Rahmen der Killers-Tour, und seither kehren sie regelmäßig ins Land der aufgehenden Sonne zurück. Dass die letzten Shows vor der Auszeit ausgerechnet in Yokohama stattfinden, hat also durchaus symbolischen Charakter. Der Ticketverkauf für die beiden Abschlusskonzerte startet am 25. April.
Ein Jubiläum, das seinesgleichen sucht
Die „Run For Your Lives”-Tour ist mehr als eine gewöhnliche Konzertreihe. Zum 50. Bandjubiläum spielen Steve Harris und Co. ausschließlich Material aus ihren ersten neun Studioalben. Klassiker wie „Hallowed Be Thy Name”, „The Trooper”, „Phantom Of The Opera”, „Powerslave”, „Rime Of The Ancient Mariner” und „Seventh Son Of A Seventh Son” bilden das Rückgrat einer Setlist, die Bruce Dickinson vorab als „Setlist für die Ewigkeit” angekündigt hatte. Die Tour startete im Mai 2025 in Budapest und wird sich bis November 2026 über Europa, Asien, Nord- und Südamerika erstrecken. Über 50 Shows sind allein für 2026 geplant.
EddFest in Knebworth: Das ultimative Fan-Erlebnis
Ein besonderes Highlight des Tourjahres ist das EddFest am 10. und 11. Juli 2026 im legendären Knebworth Park. Iron Maiden verwandeln das historische Festivalgelände in eine komplette „Maiden World” mit einem zweitägigen Programm. Neben dem Headliner-Auftritt am Samstagabend erwartet die Fans die „Infinite Dreams Museum Experience”, eine begehbare Ausstellung mit Bühnenrequisiten und Artefakten aus 50 Jahren Bandgeschichte. Dazu kommen der „Unfair Funfair” mit Eddie-Fahrgeschäften, „Eddie’s Emporium” und die größte Ausgabe von „Eddie’s Dive Bar” aller Zeiten.
Als Support-Acts stehen The Hu, The Darkness, Airbourne und The Almighty auf der Hauptbühne. Am Freitagabend bespielt eine zweite Bühne in „Maidenville” Acts mit besonderer Verbindung zur Band. Manager Rod Smallwood betonte, dass Knebworth bewusst gewählt wurde, weil Stadien schlicht nicht den nötigen Platz für ein Event dieser Dimension bieten. Das EddFest ist gleichzeitig die letzte UK-Show bis mindestens 2028.
Deutschland-Termin: Hannover am 2. Juni
Für deutsche Fans gibt es 2026 genau eine Gelegenheit: Am 2. Juni gastiert Iron Maiden in der Heinz von Heiden Arena in Hannover, mit Megadeth als Vorband. Wer die Band vor der Pause noch einmal live erleben will, sollte diesen Termin nicht verpassen. Weitere Deutschland-Shows sind nicht angekündigt.
Simon Dawson am Schlagzeug
Die „Run For Your Lives”-Tour ist auch die erste Maiden-Tour seit über vier Jahrzehnten ohne Nicko McBrain hinter dem Schlagzeug. Der langjährige Drummer hatte sich nach einem Schlaganfall zwar zurück ans Kit gekämpft, musste aber erkennen, dass die Belastung einer Welttournee zu groß ist. Am 7. Dezember 2024 spielte er sein letztes Konzert mit Iron Maiden. An seiner Stelle sitzt nun Simon Dawson, der seit über einem Jahrzehnt gemeinsam mit Steve Harris in dessen Nebenprojekt British Lion trommelt. Die Fans haben ihn laut Harris auf dem ersten Tourleg „großartig aufgenommen”.
Burning Ambition: Maiden auf der Leinwand
Parallel zur Tour kommt am 7. Mai 2026 die Dokumentation „Iron Maiden: Burning Ambition” weltweit in die Kinos. Regie führte Malcolm Venville, produziert wurde der Film von Dominic Freeman. Neben ausführlichen Bandinterviews mit allen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern kommen prominente Stimmen wie Lars Ulrich (Metallica), Schauspieler Javier Bardem und Chuck D (Public Enemy) zu Wort. Laut offizieller Beschreibung zeichnet der Film Maidens Weg von den East-London-Pubs der Mitt-Siebziger bis hin zu den Stadien der Gegenwart nach. Der Ticketvorverkauf für die Kinovorführungen beginnt am 18. März.
Keine Rente, aber eine verdiente Verschnaufpause
Iron Maiden und ihr Management betonen ausdrücklich: Die Live-Pause ist kein Abschied, keine Auflösung, kein Ruhestand. Nach knapp zwei Jahren on the road, mit weit über einer Million verkaufter Tickets allein auf dem ersten Tourleg und Konzerten in 64 Ländern über die Gesamtkarriere hinweg, sei eine Pause schlicht verdient.
Ganz still wird es 2027 dennoch nicht. Bruce Dickinson arbeitet bereits an seinem nächsten Soloalbum, dem Nachfolger von „The Mandrake Project” (2024). Die Aufnahmen laufen, und ein Release während der Tourpause erscheint realistisch.
Für Fans bleibt die entscheidende Frage: Was kommt nach 2028? Angesichts des Alters der Bandmitglieder (Harris ist Jahrgang 1956, Dickinson Jahrgang 1958) schwingt bei jeder angekündigten Pause unweigerlich die Frage mit, ob es wirklich weitergeht. Iron Maiden haben in fünf Jahrzehnten allerdings bewiesen, dass man sie besser nicht abschreibt.
Wer die Band vor der Stille noch erleben will, hat 2026 die letzte Gelegenheit. Danach heißt es: warten.




