Der letzte Vorhang für den Prince of Darkness

Ein Abschied von Ozzy Osbourne (1948 – 2025)

Es gibt Momente, in denen die Welt der Musik stillsteht. Am 22. Juli 2025 war so ein Moment. John Michael Osbourne, den die Welt als Ozzy kannte und liebte, verstarb im Alter von 76 Jahren im Kreise seiner Familie. Todesursache: Herzstillstand, ausgelöst durch einen akuten Herzinfarkt. Nur 17 Tage zuvor hatte er auf der Bühne des Villa Park in Birmingham gestanden und sich mit einer letzten, monumentalen Show von der Welt verabschiedet. Der Prince of Darkness hatte sein letztes Kapitel geschrieben, und es war, wie alles in seinem Leben, größer als das Leben selbst.

Wir bei stagedive.net haben lange überlegt, welcher Artikel als erster auf dieser Seite stehen sollte. Die Antwort war am Ende so klar wie der erste Riff von “Black Sabbath”: Es muss eine Verbeugung vor dem Mann sein, ohne den Heavy Metal in dieser Form nicht existieren würde. Dieser Artikel ist unser Abschied. Unsere Verneigung. Unser Dank.

Aus Aston in die Ewigkeit

Wer verstehen will, was Ozzy Osbourne war, muss zurück an den Anfang. Zurück nach Aston, einem Arbeiterviertel in Birmingham, wo am 3. Dezember 1948 ein Junge geboren wurde, der die Musikgeschichte für immer verändern sollte. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, geplagt von Legasthenie und ADHS, die damals niemand diagnostizieren konnte oder wollte, schien der Weg vorgezeichnet: Fabrikarbeit, vielleicht Kleinkriminalität, ein unauffälliges Leben in den grauen Straßen der englischen Midlands.

Doch Ozzy hatte etwas, das kein Lehrer sehen konnte und kein Sozialsystem fördern wollte: eine Stimme, die gleichzeitig klagen und triumphieren konnte. Eine Stimme, die nach Verzweiflung und Wahnsinn klang und dabei eine seltsame, fast schon zerbrechliche Schönheit in sich trug. Als er sich 1968 mit Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward zusammentat, in einem kleinen Proberaum in Birmingham, ahnte niemand, dass diese vier jungen Männer aus der Arbeiterklasse gerade dabei waren, ein komplett neues Genre zu erfinden.

Aus Earth wurde Black Sabbath. Aus Blues-Rock wurde Heavy Metal. Und aus einem Jungen aus Aston wurde eine Legende.

Black Sabbath: Die Geburt der Dunkelheit

Black Sabbath waren nicht einfach eine Band. Sie waren ein Urknall. Als 1970 das selbstbetitelte Debütalbum erschien, mit jenem unheilvollen Tritonus-Riff, der sogenannten Teufelsquinte, das Iommi über die Lautsprecher jagte, wusste die Musikwelt nicht, was sie damit anfangen sollte. Die Kritiker hassten es. Die Fans liebten es. Und die Musikgeschichte hatte ihren Wendepunkt.

“Paranoid”, ebenfalls 1970 veröffentlicht, katapultierte die Band in die Stratosphäre. Songs wie “War Pigs”, “Iron Man” und der Titeltrack wurden zu Hymnen einer ganzen Generation, zu Soundtracks für alle, die sich in der heilen Welt der Hippies nicht wiederfanden. Wo andere Bands von Liebe und Frieden sangen, blickte Sabbath in den Abgrund, und der Abgrund blickte zurück.

Ozzy war das Gesicht dieser Dunkelheit. Seine Stimme, dieses nasale, fast wehklagende Organ, war der perfekte Kontrast zu Iommis schwerem Riffgewitter. Er sang nicht, wie ein Sänger sang. Er beschwor herauf. Er klagte an. Er schrie die Dämonen heraus, die in den Köpfen seiner Zuhörer saßen, und gab ihnen dabei das Gefühl, nicht allein zu sein.

Die Solo-Jahre: Verrückter als je zuvor

1979 feuerte Black Sabbath ihren Sänger. Es hätte das Ende sein können. Stattdessen war es ein Neuanfang, der mindestens genauso bedeutsam werden sollte wie die Sabbath-Ära.

Ozzys Solokarriere begann 1980 mit “Blizzard of Ozz” und einem gewissen Randy Rhoads an der Gitarre, dessen neoklassischer Stil den Heavy Metal um eine völlig neue Dimension bereicherte. “Crazy Train” und “Mr. Crowley” wurden sofortige Klassiker. Rhoads’ tragischer Tod bei einem Flugzeugunfall 1982 hätte Ozzy brechen können. Stattdessen machte er weiter, wie er es immer getan hatte: mit einer Mischung aus Trotz, Wahnsinn und einer unbezähmbaren Lust am Leben.

Die Achtziger und Neunziger brachten Alben wie “Bark at the Moon”, “The Ultimate Sin” und “No More Tears”, letzteres mit dem gleichnamigen, epischen Track, der für viele Fans den Höhepunkt seines Soloschaffens darstellt. Mit Zakk Wylde fand Ozzy einen weiteren kongenialen Gitarrenpartner, der ihn über Jahrzehnte begleiten sollte.

Und dann waren da die Geschichten abseits der Musik. Die Fledermaus. Die Taube. Die unfassbaren Exzesse. Ozzy wurde zu mehr als einem Musiker. Er wurde zu einem kulturellen Phänomen, einer lebenden Legende, einem Mann, der alles übertrieb und trotzdem irgendwie unzerstörbar schien.

Sharon: Die Frau, die Ozzy rettete

Man kann die Geschichte von Ozzy Osbourne nicht erzählen, ohne über Sharon Arden zu sprechen, die spätere Sharon Osbourne. Tochter des berüchtigt skrupellosen Musikmanagers Don Arden, lernte sie Ozzy schon in den frühen Sabbath-Tagen kennen. Als sie 1982 heirateten, begann eine Partnerschaft, die 43 Jahre lang halten sollte, bis der Tod sie trennte.

Sharon war alles gleichzeitig: Managerin, Beschützerin, Antreiberin, Retterin. Ohne sie hätte Ozzy die Achtziger vermutlich nicht überlebt, so viel ist sicher. Sie holte ihn aus dem Drogensumpf, wenn er zu tief drin steckte. Sie baute seine Solokarriere auf, gründete das Ozzfest und machte ihren Mann zu einer globalen Marke, ohne jemals seine künstlerische Integrität zu opfern.

Ihre Beziehung war alles andere als perfekt. Es gab Trennungen, Skandale, öffentliche Auseinandersetzungen. Ozzys Suchtprobleme belasteten die Ehe immer wieder aufs Neue. Doch am Ende kehrten sie immer zueinander zurück. In Interviews sprach Ozzy oft davon, dass Sharon die einzige Person sei, die ihn wirklich kenne, und die einzige, die ihn trotzdem liebe.

Als Ozzy am 22. Juli 2025 seine Augen für immer schloss, war Sharon an seiner Seite. Zusammen mit ihren Kindern gab sie die Nachricht bekannt, die die Welt erschütterte: Ihr geliebter Ozzy sei am Morgen verstorben, umgeben von Liebe.

In den Monaten danach offenbarte Sharon, wie tief der Verlust sie getroffen hatte. In einem Interview mit Piers Morgan gestand sie, dass sie daran gedacht hatte, ihrem Mann in den Tod zu folgen, und dass es allein ihre Kinder und Enkelkinder waren, die sie am Leben hielten. Eine Erinnerung an eine Erfahrung in einer Klinik Jahre zuvor, wo sie zwei junge Frauen traf, deren Mütter sich das Leben genommen hatten, habe sie letztlich davon abgehalten.

Bei der Grammy-Verleihung am 1. Februar 2026, sechs Monate nach Ozzys Tod, saß Sharon mit Kelly und Jack im Publikum, als Post Malone, Slash, Duff McKagan, Chad Smith und Andrew Watt “War Pigs” als Tribute spielten. Die Tränen, die hinter ihrer getönten Brille hervortraten, sprachen Bände. Später schrieb sie auf Instagram, der Abend sei ein Moment gewesen, der in die Musikgeschichte eingraviert worden sei.

Sharon Osbourne ist heute 73 Jahre alt. Sie arbeitet an einem Film über Ozzys Leben, besucht täglich sein Grab auf dem Gelände ihres Anwesens in Buckinghamshire und hat kürzlich angekündigt, ernsthaft über eine Kandidatur als Bürgermeisterin von Birmingham nachzudenken. Weil Birmingham Ozzys Stadt war. Und immer sein wird.

Die Kinder: Ozzys wahres Vermächtnis

Ozzy Osbourne hinterlässt sechs Kinder. Aus seiner ersten Ehe mit Thelma Riley stammen Sohn Louis, Adoptivsohn Elliot Kingsley und Tochter Jessica Starshine. Aus seiner Ehe mit Sharon stammen die drei Kinder, die durch die Reality-TV-Show “The Osbournes” Anfang der 2000er weltweit bekannt wurden: Aimee, Kelly und Jack.

Aimee, die Älteste der drei, war immer die Zurückhaltende. Sie weigerte sich, an der Familien-Reality-Show teilzunehmen, weil sie ihre Privatsphäre schützen wollte. Eine mutige Entscheidung für eine damals Teenagerin, die zeigte, dass der Eigensinn der Osbournes in jede Richtung wirken konnte. Bei der Trauerfeier stand sie Seite an Seite mit ihrer Mutter an der Black Sabbath Bridge in Birmingham, normalerweise öffentlichkeitsscheu, aber in diesem Moment bedingungslos da.

Kelly, 40, wurde durch “The Osbournes” und ihre anschließende Karriere als TV-Moderatorin und Musikerin zum Star. Ihr Duett mit Ozzy auf dem Sabbath-Klassiker “Changes” aus dem Jahr 2003 war einer der unerwartet rührendsten Momente der Popkultur jenes Jahrzehnts. Nach dem Tod ihres Vaters teilte sie auf Instagram Zeilen aus genau diesem Song. Ihr Verlobter, Slipknot-Mitglied Sid Wilson, hatte ihr beim Back to the Beginning-Konzert den Antrag gemacht. Kelly trug bei der Trauerfeier eine lilagetönte Sonnenbrille, eine stille Hommage an ihren Vater.

Jack, 39, der Jüngste der drei, hat sich als TV-Produzent und Dokumentarfilmer einen Namen gemacht. Seine eigene Diagnose mit Multipler Sklerose im Jahr 2012 gab ihm eine besondere Perspektive auf den Kampf seines Vaters mit Krankheit und körperlichem Verfall. Bei der Beerdigung stützte er seine Mutter, als sie die Blumen und Botschaften der Fans an der Black Sabbath Bridge in Augenschein nahm.

Die Osbourne-Kinder trugen die Bekanntmachung von Ozzys Tod gemeinsam mit Sharon. Auch Louis, Ozzys Sohn aus erster Ehe, unterzeichnete das Statement. Es war ein Moment der Familieneinheit, der zeigte, dass der Prince of Darkness zwar eine öffentliche Figur war, aber in erster Linie ein Familienvater. Ein chaotischer, unvollkommener, liebevoller Familienvater.

Der letzte Kampf: Parkinson und die Jahre des Verfalls

2003 wurde bei Ozzy Osbourne Parkinson diagnostiziert. Er behielt die Nachricht 17 Jahre lang für sich, bevor er sie 2020 in einem emotionalen Fernsehinterview öffentlich machte. Die Welt reagierte mit einer Welle der Anteilnahme, und Ozzy reagierte, wie er es immer getan hatte: Er machte weiter Musik.

2020 erschien “Ordinary Man”, sein erstes Studioalbum seit zehn Jahren, produziert von Andrew Watt und mit Gästen wie Elton John, Slash und Post Malone. 2022 folgte “Patient Number 9”, eine weitere Kollaboration mit einem beeindruckenden Aufgebot an Gastmusikern, darunter Eric Clapton, Jeff Beck, Tony Iommi und Zakk Wylde. Beide Alben zeigten einen Künstler, der sich nicht vom Schicksal diktieren ließ, was er noch tun durfte.

Doch die Krankheit schritt unerbittlich voran. Ein schwerer Sturz 2019 führte zu mehreren Operationen an der Wirbelsäule. Die Mobilität ließ nach. Im Februar 2023 zog Ozzy die Reißleine und sagte alle verbleibenden Tourdaten ab. Er konnte nicht mehr laufen, aber seine Stimme, so betonte Sharon immer wieder, war noch genauso gut wie eh und je.

Anfang 2025, in einer Episode seiner SiriusXM-Radiosendung “Ozzy Speaks”, gab er ein Update, das gleichzeitig Resignation und unbeugsamen Lebenswillen ausstrahlte. Er könne nicht mehr laufen, sagte er. Aber er habe die Feiertage überstanden und sei, bei allem Jammern, immer noch am Leben. Und da unten auf der Straße gäbe es Leute, die nicht halb so viel gemacht hätten wie er und es trotzdem nicht geschafft hätten.

Back to the Beginning: Der größte Abschied der Metal-Geschichte

Als am 5. Februar 2025 die Ankündigung kam, stand die Metal-Welt Kopf: Black Sabbath würden ein letztes Mal zusammenkommen. Die Originalbesetzung. Ozzy, Tony, Geezer, Bill. Zum ersten Mal seit 2005. Im Villa Park, Birmingham. Dort, wo alles angefangen hatte.

Sharon organisierte das Konzert gemeinsam mit Live Nation. Die Einnahmen gingen an Cure Parkinson’s, das Birmingham Children’s Hospital und das Acorn Children’s Hospice. Der Titel des Events: “Back to the Beginning”. Der letzte Punkt.

Am 5. Juli 2025 war es so weit. 42.000 Menschen im ausverkauften Villa Park. Millionen weitere verfolgten den Livestream weltweit. Das Lineup war atemberaubend: Metallica, Slayer, Pantera, Guns N’ Roses, Tool, Gojira, Alice in Chains, Halestorm, Lamb of God, Anthrax, Mastodon, Rival Sons. Supergroups mit Steven Tyler, Billy Corgan, Tom Morello, Travis Barker, Ronnie Wood, K.K. Downing und Dutzenden weiteren Legenden. Jason Momoa moderierte den zehnstündigen Marathon und stürzte sich zwischendurch höchstpersönlich in den Moshpit.

Ozzys Solo-Set umfasste fünf Songs: “I Don’t Know”, “Mr. Crowley”, “Suicide Solution”, “Mama I’m Coming Home” und “Crazy Train”. Er sang von einem schwarzen Thron aus, der aus dem Bühnenboden emporfuhr. Seine Beine trugen ihn nicht mehr, aber seine Stimme trug alles.

Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten. Black Sabbath. Die vier Originalmitglieder. Zusammen auf einer Bühne. Zum letzten Mal. Vier Songs: “War Pigs”, “N.I.B.”, “Iron Man” und “Paranoid”. 30 Minuten, die in die Ewigkeit eingingen.

Nach “Paranoid” wurde Ozzy eine Torte überreicht, Feuerwerk erhellte den Himmel über dem Villa Park, und 42.000 Menschen schrien ihren Dank in die Sommernacht von Birmingham. Ozzy sagte den Fans, er sei sechs Jahre lang ans Bett gefesselt gewesen und könne nicht in Worte fassen, was er fühle. Dann bedankte er sich aus tiefstem Herzen.

Es war der perfekte Abschied. Und es war der letzte.

22. Juli 2025: Der Tag, an dem die Dunkelheit verstummte

Siebzehn Tage nach dem größten Metal-Konzert aller Zeiten hörte das Herz von Ozzy Osbourne auf zu schlagen. Er starb zu Hause, im Kreise seiner Familie. Ein plötzlicher Herzstillstand, begünstigt durch koronare Herzkrankheit und die jahrelange Belastung, die Parkinson, Operationen und ein Leben am Limit auf seinen Körper ausgeübt hatten.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Innerhalb von Stunden reagierten Musiker aus allen Genres und Generationen. Tony Iommi sprach von einem verlorenen Bruder. Metallica verneigten sich vor ihrem größten Einfluss. Fans in aller Welt legten Blumen an Denkmälern und vor Konzerthallen nieder.

Am 30. Juli 2025 zog der Trauerzug durch Birmingham, Ozzys Heimatstadt. Zehntausende säumten die Broad Street, vorbei an der Black Sabbath Bridge, wo Fans Blumen, Briefe und Fotos hinterlassen hatten. Sharon, gestützt von Kelly, Jack und Aimee, legte Blumen nieder und zeigte der Menge Ozzys legendäres Peace-Zeichen. Auf seinem Sarg prangte sein Name, buchstabiert in lilafarbenen Blumen. Die Menge rief: “Ozzy Ozzy Ozzy, oi oi oi!” und “Thank you, Ozzy!”

Anschließend wurde Ozzy in einer privaten Zeremonie auf dem Gelände des Familienanwesens Welders House in Buckinghamshire beigesetzt. So, wie er es sich gewünscht hatte: kein Jammerfest, sondern eine Feier.

Das Nachhall: Grammys, Dokus und ein unsterbliches Erbe

Am 1. Februar 2026, bei der 68. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles, wurde Ozzy Osbourne im Rahmen des In Memoriam-Segments gewürdigt. Post Malone übernahm den Gesang, begleitet von Slash und Duff McKagan an den Gitarren, Chad Smith am Schlagzeug und Andrew Watt an der Gitarre. Sie spielten “War Pigs”. Es war roh, laut und voller Emotion. Im Publikum saßen Sharon, Kelly und Jack. Die Tränen flossen.

Darüber hinaus gewann die Live-Version von “Changes” vom Back to the Beginning-Konzert, aufgeführt von Yungblud, Nuno Bettencourt und weiteren Gästen, den Grammy für die beste Rockperformance. Eine posthume Ehrung für einen Mann, der die Rockmusik nicht nur geprägt, sondern erschaffen hat.

Die Dokumentation “No Escape From Now”, die Ozzys letzten Kampf mit Parkinson und seinen Weg zum finalen Konzert beleuchtet, erschien im Oktober 2025 auf Paramount+. Sharon arbeitet zudem an einem umfassenden biografischen Film über Ozzys Leben. Sein Vermächtnis wird weitergetragen, in Bildern, in Tönen, in Geschichten.

Warum Ozzy unsterblich ist

Was bleibt von einem Mann wie Ozzy Osbourne? Zahlen allein können es nicht erfassen, aber sie geben eine Ahnung: über 100 Millionen verkaufte Tonträger. Sechs Grammys. Eine Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame, sowohl mit Black Sabbath als auch als Solokünstler. Unzählige Gold- und Platin-Alben. Das Ozzfest als eines der einflussreichsten Metal-Festivals aller Zeiten.

Doch Ozzys wahres Vermächtnis liegt tiefer. Er hat bewiesen, dass man aus dem Nichts kommen und die Welt verändern kann. Er hat gezeigt, dass Scheitern kein Ende sein muss, sondern ein Anfang sein kann. Er hat vier Alben aufgenommen, als die Ärzte ihm sagten, er solle aufhören. Er hat auf einer Bühne gestanden, als seine Beine ihn nicht mehr tragen wollten. Er hat der Dunkelheit ins Gesicht gelacht, und die Dunkelheit hat zurückgelacht.

Und dann ist da die Musik selbst. Die ersten Akkorde von “Black Sabbath”. Das unerbittliche Riff von “Iron Man”. Die flirrende Melancholie von “Changes”. Der triumphale Wahnsinn von “Crazy Train”. Diese Songs werden gespielt werden, solange es Verstärker gibt, an die man Gitarren anschließen kann.

Ozzy war nie der technisch beste Sänger. Er war nie der cleverste Songwriter. Er war nie der gebildetste Intellektuelle auf der Bühne. Aber er war echt. Jeder Ton, den er sang, jeder Schrei, jedes Flüstern trug die Wahrheit eines Mannes in sich, der wusste, wie es sich anfühlt, ganz unten zu sein, und der trotzdem jedes Mal wieder aufgestanden ist.

Unsere Verneigung

Wir bei stagedive.net widmen unseren allerersten Artikel dem Mann, der den Grundstein für alles gelegt hat, worüber wir auf diesen Seiten schreiben werden. Jede Metalband, über die wir berichten, jede Rockplatte, die wir rezensieren, jedes Konzert, das wir besuchen, steht auf dem Fundament, das Ozzy Osbourne und Black Sabbath in den späten Sechzigern in Birmingham gegossen haben.

Ozzy hat einmal gesagt, er wolle nicht in einem Hotelzimmer sterben. Er wollte die verbleibende Zeit mit seiner Familie verbringen. Und genau das hat er getan. Er hat sein letztes Konzert in seiner Heimatstadt gespielt, vor seinen Leuten, mit seinen Brüdern. Er hat sich verabschiedet, wie man sich verabschiedet, wenn man 50 Jahre auf der Straße gelebt hat: mit einem Knall, mit Tränen, mit Feuerwerk und mit vier Songs, die die Welt verändert haben.

Ruhe in Frieden, Ozzy. Ruhe in Power. Ruhe in Paranoid.

Der Prince of Darkness hat die Bühne verlassen. Aber die Dunkelheit, die er entfesselt hat, wird ewig nachhallen.

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