
Gerard Way auf einem Death-Metal-Track? Frozen Soul machen es möglich
Die texanischen Death-Metal-Bulldozer Frozen Soul haben den Titeltrack ihres dritten Albums “No Place of Warmth” veröffentlicht. Darauf zu hören: niemand Geringeres als My Chemical Romance-Frontmann Gerard Way. Eine Kollaboration, die auf dem Papier absurd klingt, in der Praxis aber erstaunlich gut funktioniert.
Es gibt Nachrichten, bei denen man zweimal hinschauen muss. Gerard Way, der Mann hinter “Welcome to the Black Parade”, singt auf einem Death-Metal-Track? Ja, wirklich. Und nein, es ist kein Witz, kein Publicity-Stunt und kein verfrühter Aprilscherz.
Frozen Soul, die seit ihrer Gründung 2018 in Dallas, Texas, mit ihrem brachial-direkten Death Metal die Szene aufmischen, haben für den Titeltrack ihres kommenden Albums “No Place of Warmth” den MCR-Frontmann ins Boot geholt. Das Ergebnis: Way steigt bei Minute 3:21 mit geschwärzten, halbgesprochenen Vocals ein, die so gar nichts mit seinem gewohnten Gesangsstil gemein haben. Im dazugehörigen Musikvideo gibt er eine groteske, verhüllte Gestalt, die dem cineastisch inszenierten Clip eine zusätzliche düstere Ebene verleiht.
Wie kam es dazu?
Sänger Chad Green klärt auf: Die Band habe Way vor einigen Jahren kennengelernt, woraus eine Freundschaft entstand. Green wusste um Ways Leidenschaft für Metal und fragte ihn schlicht, ob er Lust hätte, auf einem Frozen Soul-Track mitzuwirken. Way war sofort dabei.
Wer jetzt denkt, das sei ein reiner PR-Move, der sollte einen Blick auf Ways Metal-Vergangenheit werfen. Bereits 2022 steuerte er Extreme Vocals zum Track “Ronin” von Ibaraki bei, dem Black-Metal-Projekt von Triviums Matt Heafy. Der Mann hat offensichtlich eine Seite, die weit über die Emo-Schublade hinausgeht, in die ihn viele seit Jahren stecken wollen.
“No Place of Warmth”: Das Album
Der gleichnamige Song ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. “No Place of Warmth” erscheint am 8. Mai 2026 via Century Media Records und ist das dritte Studioalbum der Band nach “Crypt of Ice” (2021) und “Glacial Domination” (2023). Aufgenommen wurde die Platte in sechs intensiven Wochen in den Random Awesome Studios in Midland, Michigan, unter der Regie von Produzent Josh Schroeder.
Neben Way haben sich weitere namhafte Gäste auf dem Album verewigt: Robb Flynn von Machine Head ist auf “Invoke War” zu hören, Devin Swank von Sanguisugabogg steuert seinen Teil zu “Dreadnought” bei. Green betont allerdings, dass es sich bei allen Features um Freundschaften handelt, nicht um kalkulierte Namenslisten: Jeder Gast teile die Emotionen und die Vision, die der jeweilige Song transportieren soll.
Thematisch dreht sich das Album um die Kälte des Lebens und die Entscheidung, sich davon entweder verschlingen zu lassen oder gerade trotz allem Wärme zu finden. Green beschreibt es als eine Art offenen Brief an die Fans.
Die komplette Tracklist
- No Place of Warmth (feat. Gerard Way)
- Invoke War (feat. Machine Head)
- Absolute Zero
- Dreadnought (feat. Sanguisugabogg)
- Chaos Will Reign
- Eyes of Despair
- Ethereal Dreams
- Skinned by the Wind
- DEATHWEAVER
- Frost Forged
- Killin Time (Until It’s Time to Kill)
Frozen Soul aktuell live in Europa
Wer sich selbst ein Bild machen will: Frozen Soul sind gerade auf Europatour als Support für Heaven Shall Burn, The Halo Effect und The Black Dahlia Murder. In Deutschland stehen noch folgende Termine an:
- 06.03. Stuttgart, Porsche-Arena
- 07.03. Wiesbaden, Schlachthof
- 13.03. Berlin, Columbiahalle
- 14.03. Jena, SPK-Arena
- 20.03. Dresden, Messe Dresden
- 21.03. München, Zenith
Im Anschluss folgt eine US-Tour im April und Mai zusammen mit Avatar und Fleshgod Apocalypse.
Fazit
Die Kollaboration zwischen Frozen Soul und Gerard Way ist mehr als ein kurioses Crossover. Sie zeigt, dass die Grenzen zwischen den Subgenres zunehmend durchlässiger werden und dass musikalische Neugier keine Genregrenzen kennt. Ob Way nun als Emo-Ikone, Comic-Autor oder eben als Gastmusiker auf einem Death-Metal-Album in Erscheinung tritt: Der Mann beweist einmal mehr, dass er sich nicht in eine Schublade stecken lässt.
“No Place of Warmth” erscheint am 8. Mai 2026 via Century Media Records.




