Chester Bennington

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Chester Bennington war der Leadsänger von Linkin Park und eine der prägendsten Stimmen der Rockmusik im 21. Jahrhundert, geboren am 20. März 1976 in Phoenix, Arizona, gestorben am 20. Juli 2017 in Palos Verdes Estates, Kalifornien. Seine Kindheit las sich wie ein Katalog dessen, wovon er später singen würde: sexueller Missbrauch ab dem siebten Lebensjahr durch einen älteren Bekannten, die Scheidung der Eltern mit elf, ein abwesender Vater trotz Sorgerecht, Drogenmissbrauch von Marihuana über Kokain bis Methamphetamin bereits als Teenager. Musik war der Ausweg. Mit der Post-Grunge-Band Grey Daze sammelte er erste Erfahrungen in der Szene von Phoenix, bevor ihn 1999 ein Anruf von A&R-Manager Jeff Blue nach Kalifornien führte: Die Band Xero, bald Hybrid Theory, bald Linkin Park, suchte einen Sänger. Bennington sang innerhalb von drei Tagen Demos ein und überzeugte sofort. Was seine Stimme von allem unterschied, was die Rock- und Metal-Welt bis dahin kannte, war die Bandbreite zwischen zerstörerischem Schrei und verwundbarer Zärtlichkeit, oft innerhalb desselben Songs. Auf Hybrid Theory (2000), dem meistverkauften Debütalbum des Jahrzehnts, und Meteora (2003) wurde diese Stimme zum Sprachrohr einer Generation, die sich in keinem Genre ganz zu Hause fühlte. Songs wie “Crawling”, “Numb” und “In the End” waren keine simplen Hits, sondern emotionale Ventile: Texte über Kontrollverlust, Selbstzweifel und den Kampf gegen innere Dämonen, vorgetragen mit einer Intensität, die Millionen Hörer das Gefühl gab, endlich verstanden zu werden. Neben Linkin Park gründete Bennington 2005 das Projekt Dead by Sunrise, das 2009 das Album Out of Ashes veröffentlichte. 2013 übernahm er vorübergehend den Gesangsposten bei den Stone Temple Pilots nach dem Rauswurf von Scott Weiland und nahm die EP High Rise mit ihnen auf, bevor er sich 2015 wieder ganz Linkin Park widmete. Als furchtloser Live-Performer brach er sich einmal auf der Bühne in Melbourne das Handgelenk und spielte das Konzert trotzdem zu Ende. Sein siebtes und letztes Album mit Linkin Park, One More Light (2017), zeigte eine poppigere Seite, die polarisierte, deren Texte über Verlust und Abschied im Rückblick jedoch eine beklemmende Klarheit gewannen. Zwei Monate nach dem Suizid seines engen Freundes Chris Cornell nahm sich Bennington am 20. Juli 2017, Cornells Geburtstag, das Leben. Er hinterliess sechs Kinder aus drei Beziehungen und eine Leere, die weit über die Musikwelt hinausreichte. Sein Tod löste weltweit Gespräche über psychische Gesundheit, Suizidprävention und den Preis des Ruhms aus. Chester Bennington war kein Sänger, der Schmerz simulierte: Er hatte ihn gelebt, ihn in Kunst verwandelt und damit Millionen Menschen geholfen, ihren eigenen auszuhalten. Dass er sich selbst am Ende nicht helfen konnte, bleibt eine der tragischsten Wahrheiten der jüngeren Musikgeschichte.

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