
Kriminalfall
Tobias Forge erstattet Anzeige gegen mutmaßliche Stalkerin – schwedische Polizei ermittelt
Tobias Forge, Frontmann von Ghost, hat in Schweden Anzeige gegen eine Frau in den Vierzigern erstattet, die ihn seit dem Sommer 2025 verfolgt haben soll. Die schwedische Polizei führt eine Voruntersuchung wegen Belästigung. Forge hat den Fall öffentlich gemacht – und erklärt, er suche keine Entschädigung. Er wolle nur eines: in Ruhe gelassen werden.
Was passiert sein soll
Die Vorfälle begannen laut Ermittlungsakte im Juli 2025. Zuerst kamen Nachrichten – per SMS und WhatsApp, immer wieder, lobend und aufdringlich. Dazwischen: Zahlungsaufforderungen über die schwedische Bezahl-App Swish, mehrfach je 5.000 Schwedische Kronen (rund 430 Euro). Forge lehnte ab, blockierte die Nummer.
Das half nicht. Die Frau wechselte auf Einschreibebriefe – die Forge ignorierte und nicht abholte. Und schickte schließlich ein Mobiltelefon.
Das Gerät war es, das für Forge die Grenze markierte: „Ich wollte es nicht in meinem Haus behalten, also stellte ich es auf den Balkon, bevor ich es der Polizei übergab.” Er hegte den Verdacht, das Telefon könnte manipuliert sein. „Mit diesem Telefon war für mich eine Grenze erreicht.”
Die Voruntersuchung der schwedischen Polizei läuft. Ein Urteil oder eine formelle Anklageerhebung liegt noch nicht vor. Die Frau gilt bis dahin als unschuldig.
„Rund ein Dutzend Stalker”
Forge ist kein Unbekannter in diesem Terrain. In seiner Aussage gegenüber den Behörden erwähnte er, er habe „im Laufe der Jahre rund ein Dutzend Stalker” gehabt. Die meisten seien relativ harmlos gewesen. Diese Frau nicht: „Niemand hat etwas so Invasives und geradezu Bedrohliches getan wie das Schicken eines Mobiltelefons.”
Die Beschuldigte sieht das anders. Sie behauptet, Forge und sie hätten sich vor rund 16 Jahren kennengelernt, stünden täglich in Kontakt und seien seit Ende September 2025 verlobt. Forge erklärt, sich nicht daran zu erinnern, die Frau jemals getroffen zu haben – räumt aber ein, dass sie theoretisch bei einem Fan-Event dabei gewesen sein könnte. Chat-Protokolle, die ihre Version stützen könnten, wollte sie den Behörden nicht vorlegen.
Forges Haltung gegenüber dem Verfahren ist bemerkenswert unaufgeregt: „Ich will ihr Leben nicht schlechter machen. Ich möchte nur, dass sie mich in Ruhe lässt und niemanden verletzt.” Er fordert keine Entschädigung.
Gegen die Frau laufen laut Aftonbladet auch Ermittlungen in anderen Fällen – wegen unerlaubten Stalkings, sexueller Nötigung und mehrfacher Körperverletzung gegen zwei weitere Personen. Sie bestreitet alle Vorwürfe.
Ghost
Ghost wurden 2006 in Linköping, Schweden gegründet. Forge ist das kreative Zentrum der Band und trat jahrelang anonym als „Papa Emeritus” auf – eine Art dämonischer Gegenpapst. Seine Identität wurde 2017 durch ein Gerichtsverfahren öffentlich, nachdem frühere Bandmitglieder wegen Tantiemen klagten. Die Band gewann 2016 den Grammy für Best Metal Performance für den Song „Cirice”. Zuletzt erschien das Album Skeletá (2025).




