
Krankenhaus, Entlassung, weiter
Donnerstag Krankenhaus, Freitag Entlassung, Montag Stadion: Stevie Young und die AC/DC-Maschine
Stevie Young liegt im Krankenhaus. Oder besser: lag. Der Rhythmusgitarrist von AC/DC wurde am Donnerstag in Buenos Aires in eine Klinik eingeliefert, nachdem er sich unwohl gefühlt hatte. Am Freitag war er schon wieder draußen. Dazwischen: „a full battery of tests”, ein offizielles Statement mit den üblichen Beruhigungsformeln und eine globale Schlagzeilenwelle, die größer war als die meisten Vorgruppen, die AC/DC je hatten.
Die Band teilte mit, Young sei „in good spirits” und freue sich auf den Montag – den 23. März, wenn AC/DC im Estadio Monumental die erste von fünf Buenos-Aires-Shows spielen. Fünf. In einem Stadion. Der Mann ist 69.
Was genau Young hatte, wurde nicht kommuniziert. Das ist das gute Recht der Familie, und es wäre unseriös, hier zu spekulieren. Aber der Kontext ist schwer zu ignorieren.
Eine Band, die Verschleiß kennt
AC/DC haben in den letzten zehn Jahren mehr Personalkrisen überlebt als manche Bands Alben veröffentlicht haben. Malcolm Young musste 2014 wegen Demenz aufhören und starb 2017. Brian Johnson wurde 2016 wegen drohenden Gehörverlusts von der Bühne geholt. Phil Rudd stand vor Gericht. Cliff Williams ging 2016 in Rente, kam für „Power Up” zurück und ist jetzt doch wieder nicht auf Tour – Chris Chaney spielt Bass. Dass die Band trotzdem weitermacht – und zwar nicht als Nostalgie-Act mit halber Besetzung, sondern mit einem Album wie „Power Up”, das klingt, als hätte sich seit 1980 nichts geändert –, ist entweder bewundernswert oder wahnsinnig. Wahrscheinlich beides.
Stevie Young ist seit 2014 dabei. Er ersetzte seinen Onkel Malcolm, und er tat das auf die einzig richtige Art: ohne Aufhebens. Kein Rebranding, keine Interviews darüber, wie es sich anfühlt, in die Fußstapfen einer Legende zu treten. Er stand einfach da und spielte. Wer die Familiengene kennt, wundert sich nicht.
Buenos Aires wartet
Das letzte Mal spielten AC/DC 2009 in Argentinien. Fast 200.000 Fans kamen damals. Jetzt sind fünf Stadionshows angesetzt – 23., 27. und 31. März, dann 11. und 15. April. Dass Young keine davon verpassen wird, ist das offizielle Narrativ. Man darf hoffen, dass es stimmt.
Was bleibt, ist das Bild einer Band, bei der jede Gesundheitsmeldung sofort existenzielle Fragen auslöst. Nicht weil AC/DC fragil wären – im Gegenteil. Sondern weil sie so tun, als wären sie es nicht, und man nie genau weiß, wie lange das noch gutgeht. Bis Montag offenbar schon mal.




