
Festival-Vorschau Juli 2026
Festivals im Juli 2026: 16 Highlights – und ein paar letzte Male
Der Juli 2026 macht die Festival-Auswahl zur Qual. An manchen Wochenenden stehen vier, fünf Festivals gleichzeitig auf der Karte, von der Nordseeküste bis an den Neckar, vom 80.000er-Acker bis zum Klubfestival, das mit 250 Leuten angefangen hat. Wer alles mitnehmen will, muss klonen. Wir haben deshalb sechzehn herausgegriffen – quer durch Metal, Rock, Punk, Gothic, Hip-Hop und das, was zwischen den Schubladen liegt.
Das hier ist der Auftakt einer Reihe: Ab jetzt gibt es bei uns am 15. jedes Monats die Vorschau auf die Festivals des Folgemonats. Und durch diesen ersten Monat zieht sich eine Linie: Es wird viel Abschied genommen. Ein Festival hört nach über zwanzig Jahren auf, ein Mittelalterspektakel baut seine großen Bühnen zum letzten Mal auf, und gleich zwei Bands spielen ihre allerletzte Show. Wer dieses Jahr hingeht, sieht Dinge, die es danach nicht mehr gibt.
Die großen Bühnen
splash! 2026 – 2. bis 4. Juli, Ferropolis, Sachsen-Anhalt
splash! eröffnet den Reigen vom 2. bis 4. Juli in Ferropolis bei Gräfenhainichen, Sachsen-Anhalt – diese alten Schaufelradbagger im Hintergrund, die das wichtigste Rap-Festival des Landes zur Kulisse machen. Bonez & Friendz spielt die Headline-Show, dazu Ken Carson, Gunna, RIN, Quavo, Haftbefehl, Ski Mask The Slump God und SSIO. Neu ist eine eigene “Block Party”-Bühne über alle drei Tage. Wer noch kein Ticket hat, kommt nicht mehr rein: Alle Festivaltickets sind ausverkauft, es läuft nur noch eine Warteliste.
Deichbrand 2026 – 16. bis 19. Juli, Cuxhaven/Nordholz, Niedersachsen
Deichbrand holt vom 16. bis 19. Juli am Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz das ganze Genre-Spektrum an die niedersächsische Küste. Rise Against, SDP, Electric Callboy, Scooter, Sido und die Dropkick Murphys stehen auf einem Billing, das offiziell als komplett gilt. Bezahlt wird 2026 ausschließlich bargeldlos übers Festivalbändchen.
Lollapalooza Berlin 2026 – 18. und 19. Juli, Olympiastadion
Lollapalooza Berlin zieht am 18. und 19. Juli ins Olympiastadion und den umliegenden Park. Pitbull, Lewis Capaldi und Lorde stehen oben auf dem Zettel, darunter Anitta, Teddy Swims, Zara Larsson und Lily Allen. Das Wochenendticket der dritten Phase kostet 214 Euro, und nach offiziellen Angaben sind über 83 Prozent weg.
Wacken Open Air 2026 – 29. Juli bis 1. August, Schleswig-Holstein
Wacken braucht keine Erklärung. Vom 29. Juli bis 1. August wird das Dorf in Schleswig-Holstein wieder zur größten Metal-Stadt der Welt, mit rund 150 Bands und Def Leppard, Judas Priest, Powerwolf und Sabaton an der Spitze. Zwei Auftritte haben Gewicht über das übliche Programm hinaus: Running Wild spielen, so die Ankündigung, ihre letzte Live-Show überhaupt, und Sepultura absolvieren ihren letzten Festivalauftritt in Deutschland. Komplett ausverkauft ist das Festival nicht – die günstigeren Kategorien sind raus, die letzte Stufe (“Louder”) liegt bei 351 Euro.
Für den Nacken
RockHarz 2026 – 1. bis 4. Juli, Ballenstedt, Sachsen-Anhalt
RockHarz läuft vom 1. bis 4. Juli auf dem Flugplatz Ballenstedt in Sachsen-Anhalt und hat sich schnell verkauft – der Festival-Pass war nach kurzer Vorverkaufszeit weg, Tagestickets gibt es noch für 90 Euro. Helloween, Alice Cooper, Kreator und Feuerschwanz führen ein Feld an, in dem auch Emperor, Subway to Sally, Doro, Airbourne und Die Apokalyptischen Reiter stehen.
In Flammen Open Air 2026 – 9. bis 11. Juli, Torgau
In Flammen Open Air verwandelt Torgau vom 9. bis 11. Juli in das, was sich das Festival selbst “Deutschlands hellish Gartenparty” nennt. Zum 20-jährigen Jubiläum wird es emotional: The Crown spielen nach 35 Jahren ihre Abschiedsshow, Satyricon kommen für eine 90-minütige Sonderschau. Das Wochenendticket kostet 99,90 Euro.
Dong Open Air 2026 – 16. bis 18. Juli, Neukirchen-Vluyn, NRW
Dong Open Air klettert vom 16. bis 18. Juli auf die Halde Norddeutschland bei Neukirchen-Vluyn, getragen vom gemeinnützigen Dong Kultur e.V. mit rund 300 Helfern und Aussicht über den Niederrhein. Subway to Sally, Amorphis, Alestorm und Overkill stehen im Programm. Das Festivalticket liegt bei 169,99 Euro, der Tagespass bei 79,99 Euro.
Headbangers Open Air 2026 – 22. bis 25. Juli, Brande-Hörnerkirchen
Headbangers Open Air ist die Pilgerstätte für alle, die True und Old-School Metal über Hochglanz stellen. Vom 22. bis 25. Juli (mit Warm-up am Mittwoch) treffen sich in Brande-Hörnerkirchen unter anderem Death Angel, Voivod, Sortilège und Marc Storace, die Stimme von Krokus, dazu eine Handvoll Underground-Namen, die anderswo keine Plakate füllen, hier aber gefeiert werden.
BOBfest 2026 – 25. Juli, SparkassenPark Mönchengladbach
BOBfest macht am 25. Juli aus dem SparkassenPark Mönchengladbach eine Eintagesschlacht von Radio Bob. Beyond the Black, Phil Campbell’s Bastard Sons und Airbourne heizen vor, bevor Judas Priest gegen 20:30 Uhr den Headliner-Slot übernehmen. Der Stehplatz kostet 109 Euro.
Klein, eigen, kompromisslos
Burning Pants 2026 – 3. bis 5. Juli, Hude, Niedersachsen
Burning Pants vom 3. bis 5. Juli im HS Lifestyle Club in Hude beschreibt sich selbst als “das einzige Rockfestival für die BDSM-, Fetisch- und Sexpositive-Szene”. Aus einem Treffen mit rund 250 Gästen gewachsen, setzen die Veranstalter bewusst auf Intimität statt Masse. Auf der Bühne stehen Hämatom, Diary of Dreams, Stahlmann, Lacrimas Profundere und League of Distortion. Das Wochenendticket kostet 169 Euro.
Langeln Open Air 2026 – 3. und 4. Juli, Langeln, Schleswig-Holstein
Langeln Open Air ist der erste der angekündigten Abschiede. Am 3. und 4. Juli läuft das kleine Rock-, Punk- und Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Langeln – und zwar laut Veranstalterteam gegenüber dem Stadtmagazin SH (Mai 2026) zum letzten Mal. Nach über zwanzig Jahren wolle man aufhören, “wenn es am schönsten ist”. Auf der offiziellen Website findet sich davon nichts, dort ist sogar von einer Bewerbung für 2027 die Rede. Wer dabei sein will: 55 Euro inklusive Camping, fünfzehn Bands auf zwei Bühnen.
Ritter, Rauch und Riffs
MPS Bückeburg 2026 – 25. und 26. Juli, Schlosspark Bückeburg
MPS Bückeburg bringt am 25. und 26. Juli (zweites Wochenende dann am 1. und 2. August) Mittelaltermarkt, Ritterturnier und Musikarena in den Schlosspark. Saltatio Mortis, Versengold und Faun spielen am Samstag. Der Veranstalter kündigt an, dass die Saison 2026 “die letzte dieser Art” wird – heißt konkret: Es ist das letzte Mal, dass die großen Bands auf der großen Bühne stehen. Das MPS selbst läuft ab 2027 umgebaut weiter, mit kleineren Acts, mehr Turnier und Lagerleben. Das Samstagsticket inklusive Musikarena kostet im Vorverkauf 78 Euro.
Punk auf dem Rollfeld
Ruhrpott Rodeo 2026 – 24. bis 26. Juli, Hünxe, NRW
Ruhrpott Rodeo besetzt vom 24. bis 26. Juli den Flugplatz Schwarze Heide bei Hünxe, an der Grenze zu Bottrop. Die Veranstalter nennen es Deutschlands größtes Punk-Festival; in der neunzehnten Ausgabe spielen Feine Sahne Fischfilet, Turbonegro, Napalm Death, die Dropkick Murphys, New Model Army und Sondaschule. Laura Jane Grace und Good Riddance haben ihre Auftritte abgesagt. Das Kombiticket gibt es ab 160,50 Euro.
Oldschool und Cypher
Samy Deluxe – Block Party Deluxe 2026 – 11. Juli Heidelberg, 12. Juli Hamburg
Samy Deluxe macht den Juli zur Block-Party-Saison. Am 11. Juli gastiert sein Format “Block Party Deluxe” in Heidelberg (Metropolink’s Commissary), am 12. Juli in Hamburg auf dem 45-Hertz-Gelände – für Heidelberg die zweite, für Hamburg die dritte Ausgabe. Acht Stunden mit DJ-Sets, Live-Sessions und Samy am Mikro in Konzertlänge, dazu Writer und Artists, die das Gelände tagsüber in ein Open-Air-Atelier verwandeln. Der Mann prägt die deutsche Raplandschaft seit über drei Jahrzehnten und ist selbst Teil der Graffiti-Szene; das Line-up der Gäste hält er bis zuletzt offen.
Old but Gold 2026 – Köln (4.7.), Berlin (11.7.), Hamburg (25./26.7.)
Old but Gold bedient parallel alle, die Oldschool-Rap im Stehen mit Ausweiskontrolle bevorzugen: Einlass ab 30 Jahren. Die Ü30-Reihe macht im Juli in Köln (4. Juli, Tanzbrunnen), Berlin (11. Juli, Zitadelle Spandau) und Hamburg (25. und 26. Juli, MS Artville) Station. Busta Rhymes, KRS-One, Ginuwine und Onyx ziehen sich durch die Billings, in Hamburg kommen Max Herre & Joy Denalane sowie De La Soul dazu. Festivaltickets gibt es in Köln ab 110,99 Euro, in Berlin ab 109,99 Euro, in Hamburg ab 99,99 Euro; die separate Aftershowparty in Köln startet bei 30 Euro.
Festivals Juli 2026 auf einen Blick
| Festival | Termin | Ort | Genre |
|---|---|---|---|
| RockHarz | 1.–4. Juli | Ballenstedt, Sachsen-Anhalt | Metal |
| splash! | 2.–4. Juli | Ferropolis, Sachsen-Anhalt | Hip-Hop |
| Burning Pants | 3.–5. Juli | Hude, Niedersachsen | Rock/Gothic |
| Langeln Open Air | 3.–4. Juli | Langeln, Schleswig-Holstein | Rock/Punk/Metal |
| Old but Gold Köln | 4. Juli | Tanzbrunnen Köln | Hip-Hop |
| In Flammen | 9.–11. Juli | Torgau | Metal |
| Old but Gold Berlin | 11. Juli | Zitadelle Spandau | Hip-Hop |
| Samy Deluxe Heidelberg | 11. Juli | Metropolink’s Commissary | Hip-Hop |
| Samy Deluxe Hamburg | 12. Juli | 45-Hertz-Gelände | Hip-Hop |
| Deichbrand | 16.–19. Juli | Cuxhaven/Nordholz | gemischt |
| Dong Open Air | 16.–18. Juli | Neukirchen-Vluyn | Metal |
| Lollapalooza Berlin | 18.–19. Juli | Olympiastadion | Pop/Rock |
| Headbangers | 22.–25. Juli | Brande-Hörnerkirchen | Metal |
| Ruhrpott Rodeo | 24.–26. Juli | Hünxe | Punk |
| BOBfest | 25. Juli | Mönchengladbach | Rock/Metal |
| Old but Gold Hamburg | 25.–26. Juli | MS Artville | Hip-Hop |
| MPS Bückeburg | 25.–26. Juli | Schlosspark Bückeburg | Mittelalter |
| Wacken Open Air | 29.7.–1.8. | Wacken, Schleswig-Holstein | Metal |
Sechzehn Festivals, ein Monat, jede Genrefarbe vertreten. Wer im Juli nichts findet, sucht nicht richtig – und sollte sich beeilen, denn ein paar dieser Bühnen stehen das letzte Mal. Die nächste Vorschau gibt es am 15. Juli, dann für den August.




